Spanien 2014/2015:
Anfang November 2014 kam Mechthild, die Gymnastiklehrerin des Campingplatzes in Bolnuevo bei uns vorbei und erzählte uns von einem streunenden Hund. Dieser sollte von Dänen gefüttert worden sein, die aber bald nach Hause fahren, den Hund aber nicht mitnehmen wollen. Wir gingen auf dem Campingplatz einige Male in den Bereich, wo sich dieser Hund aufhalten sollte, fanden ihn aber nicht.

Eine Woche später wollten wir mit den Fahrrädern gerade nach Puerto de Mazarrón fahren, als uns Mechthild begegnete und von dem Hund berichtete. Sie meinte, dass er schon abgenommen hätte, weil er nicht mehr gefüttert wird. Da wir Hundewurst für einen Wachhund in Puerto dabeihatten, sollte uns Mechthild zu dem Hund führen.

Plötzlich kam ein kleiner hellbrauner Hund an und wir gaben ihm zwei von drei Scheiben Hundewurst. Sicher wollte er noch mehr, aber der Wachhund in Puerto wartet auch auf seine Wurst. Beim Spätspaziergang mit Bella gingen wir durch den Bereich, wo der Streuner sich aufhielt und plötzlich war er neben uns. Etwas zögernd nahm er die Hundewurst an, aber dann wurde er fast gierig. Als e meine Finger berührte, merkte ich, dass seine Zähne sehr spitz waren, er war also noch sehr jung.

Nun brachte ich jeden Morgen und jeden Abend diesem Hund Futter. Anfangs bekam er immer Wurst, die zwar etwas fett war, aber der Hund konnte das gut gebrauchen. Später bekam er auch Hühnchen mit Reis, dass Rosemarie für Bella gekocht hatte. Ich kaufte inzwischen ein Halsband für ihn, nachdem ich mit einem alten Band von Bella, seinen Hals gemessen hatte.

Als es an einem Nachmittag bei uns Grillhähnchen gab, brachte Rosemarie ihm die Reste mit, die er mit Eifer fraß. Ich war allerdings der Meinung, dass er noch etwas mehr brauchte. Also ging ich mit zwei dicken Wurstscheiben noch einmal zu ihm hin. Wie immer sah ich ihn nirgendwo, aber plötzlich war er unbemerkt neben mir. Er fraß die Wurst gerne, schaute aber ständig um sich. Als er fertig war, durfte ich ihn zum ersten Mal streicheln. Als ich wegging, sprang er mich an, legte seinen Kopf auf meinen Arm und zwickte mir in den Arm. Er kam freiwillig mit mir mit, kehrte aber vor der Hauptstraße wieder zurück. Diesmal hätte ich ihm wahrscheinlich ein Halsband anlegen können.

An einem Abend Mitte November kam das Futter aus dem Kühlschrank und es tat mir leid, dass der Kleine so etwas Kühles essen musste. Ich versuchte ihm, diesmal das Halsband anzulegen, das er aber sofort abschüttelte, bevor ich es richtig befestigt hatte. Danach streichelte ich ihn noch etwas, was er dankbar annahm.

An einem der nächsten Morgen wollten wir den Streuner füttern, aber er war nicht dort. Als wir das Futter zurückbringen wollten, lief er an unserer Parzelle vorbei. Futter wollte er auch nicht, hatte er schon etwas bekommen? Zu Beginn unseres Spätspaziergangs gingen wir wieder beim Streuner vorbei, den Rosemarie inzwischen Flipsi nannte. Er war wie fast immer nirgendwo zu sehen, stand aber dann ganz plötzlich bei uns. Er fraß das Futter mit gutem Appetit, besser als am Vortag. Bella schaute aufmerksam zu, ohne irgendetwas zu tun. Danach versuchte sie aber den Kleinen, der leicht größer war als Sie, zu dominieren.

Morgens passierte es häufiger, dass Bobby (so hatten die umliegenden Leute ihn genannt) nicht in seinem Bereich war. Beim Frühspaziergang mit Bella sah ich ihn auf dem Paseo mit anderen Hunden spielen, vor allem mit Aischa, vom Luxemburger Henk. Mein Futter wollte er dann auch nicht fressen. Weil wir wegen der Romeria de Milagro übers Wochenende zu einer Bekannten nach Almeria fahren wollten, erklärte sich eine Frau bereit, ihm unser Futter zu geben.

Als wir wieder zurück in Bolnuevo waren, wurde das Wetter sehr schlecht und es regnete nachts stark. Ich dachte natürlich an Bobby, der in seinem Aufenthaltsbereich, keine Möglichkeit hat sich vor dem Regen zu schützen. Ich nahm mir nun vor, ihm bald das Halsband anzulegen.

Als ich Ihm am Abend Futter brachte, stürzte er sich wie wild darauf. Ich konnte ihm das Halsband anlegen, was vor einer Woche noch nicht geklappt hatte. Wir gingen später noch einmal zu Bobby, um ihm zusätzlich noch etwas Futter zu bringen, denn am Morgen hatten wir ihm nichts vorbeigebracht. Beim Fressen schaute Bella wieder ganz ruhig zu, danach aber versuchte sie, ihn wieder zu dominieren. Bobby gefiel es, dass Bella sich mit ihm anlegte, uns gefiel es nicht so, weil er verletzte Hinterbeine hatte.

Beim Gassi gehen Ende November rannte der kleine Bobby auf dem Paseo an mir vorbei. Er lief dem Fahrrad eines Franzosen hinterher, wahrscheinlich derjenige, an dessen Wohnmobil er übernachtet. Irgendwann kam Bobby zurück, und spielte ausgiebig mit anderen kleinen Hunden. Auch der Franzose kam zurück und hielt bei uns an.

Da Henk aus Luxemburg gerade dort war, ließ ich ihn fragen, was er mit Bobby vorhat. Er wollte den Hund nicht behalten, außerdem möchte er am Sonntag nach Hause fahren. Er bat mich, dass ich Bobby ablenke, wenn er wegfährt, damit der Hund nicht hinter seinem Fahrzeug herläuft. Ich versprach ihm, dass ich es versuchen wollte.

Nachdem die Hunde ausgiebig miteinander gespielt hatten, nahm ich Bobby versuchsweise an Bellas Leine und brachte ihn in unser Vorzelt. Rosemarie war überrascht, gab ihm sofort Futter, das ich ihm eigentlich etwas später bringen wollte. Nachdem er gefressen hatte, trottete davon. Am Nachmittag waren wir gerade beim Essen, da schaut der kleine Bobby in unser Vorzelt. Bella bellte ihn sofort an, ließ sich aber von mir beruhigen. Bobby bekam etwas zu fressen und trottete danach wieder davon. Mich freute der Besuch von Bobby sehr, denn das hatte ich von ihm noch nicht erwartet.

Am Abend wollte ich Bobby nicht an seiner Parzelle füttern, sondern ihn mit zu uns nehmen um ihn dort zu füttern. Er kam auch sofort angelaufen, ließ sich anleinen und lief mit. An der nächsten Ecke sträubte er sich, weiter mitzugehen. Ich redete ihm zu, streichelte und drückte ihn, aber er wollte nicht. Er versuchte seinen Kopf, aus dem Halsband zu ziehen, was ich auf jeden Fall vermeiden wollte, also ließ ich ihn wieder gehen.

Am nächsten Morgen sah ich den kleinen Bobby in unserer Nähe vorbei trotteln und konnte ihn zu uns rufen, damit er sein Futter bekam. Danach fuhren wir mit dem Reisemobil nach Cartagena. Auf dem Rückweg sahen wir, dass es hier sehr stark geregnet hatte. Auf dem Campingplatz gab es riesengroße Pfützen und die Wege waren voller Matsch. Als ich später Bobby fütterte, saß er unter der Treppe des Wohnmobils, bei dem er sich immer aufhielt. Da die Markise etwas ausgefahren war, konnte er sich wohl vor dem Regen etwas schützen, aber vor dem starken Wind in der Nacht nicht.

Der nächste Tag wurde relativ warm, aber am Nachmittag begann es, wieder zu regnen. Bei einer kleinen Pause brachte ich Bobby, etwas zu fressen. Er hatte ein nasses Fell und zitterte selbst beim Fressen, mit dem ganzen Körper. Wenn ich eine Leine dabeigehabt hätte, hätte ich wohl versucht, ihn mitzunehmen.

Am nächsten Sonntag um 10 Uhr ging ich, um Bobby von seinem Schlafplatz abzuholen. Der Franzose, bei dem Bobby sich in der letzten Zeit aufhielt, wollte um 11 Uhr wegfahren. Es regnete leicht und plötzlich kam Bobby mir entgegen. Beim Anlegen der Leine kam ein Moment, wo er weglaufen wollte. Danach lief er prima an der Leine, und er kam auch sofort mit ins Vorzelt.

Er bekam Futter und ich schloss die Tür, damit er sich etwas länger im Vorzelt aufhalten sollte. Es klappte alles vorzüglich, er bekam sogar etwas von meinem Brot. Als Rosemarie zum Sanitärhaus ging, jammerte er sogar etwas und richtete sich an den Fenstern auf, um nach draußen zu schauen. Er untersuchte alles im Vorzelt und legte sich vor die Treppe zum Wohnwagen, so wie er es gewohnt war. Nach 1½ Stunden ließ ich ihn wieder aus dem Vorzelt.

Er lief weg, kam dann wieder und dass einige Male. Immer wenn jemand mit Hund vorbeiging, war er hinterher. Den größten Teil des Nachmittags war er am Strand, um mit anderen Hunden zu spielen. Als es anfing, zu dämmern, rannte er mit einem anderen Hund auf den Campingplatz. Das Frauchen des anderen Hundes, hatte dort schon einige Bereiche ohne Erfolg abgesucht. Ich hatte das Gefühl, das er eventuell zu seinem alten Bereich gelaufen war. So war es auch, denn als ich dort ankam, spielten beide Hunde miteinander und ich konnte Bobby an die Leine nehmen.

Beim Spätspaziergang lief er ganz toll an einer kurzen Leine mit. Auch Bella durfte diesmal nicht frei laufen. Bei der Rückkehr legte er sich wieder vor die Treppe. Wir mussten Ihn in den Wohnwagen tragen, von alleine wäre er nicht hineingegangen. Im Wohnwagen legte er sich dann auf einen Teppich und man merkte, dass er sich wohlfühlte.

In der nächsten Woche fuhren wir mit den beiden Hunden im Reisemobil nach Puerto. Den ersten Stopp machten wir beim Hiper Asia, wobei die Hunde im Auto blieben. Bella sprang wie üblich auf Rosemaries Sitz. Bobby so hoffte ich, würde es Bella nachmachen, er sprang jedoch auf das Armaturenbrett und lief darauf herum.

Unser nächster Stopp war beim Lidl, wo Rosemarie einkaufte, während ich mit den Hunden schon zum Tea Pot rüberging. Bella kannte sich dort aus, und Bobby verhielt sich hervorragend. Nach einer halben Stunde fing Bobby aber an, zu jammern, und wollte auf einmal weg. Ich wollte ihn halten, aber er zog seinen Kopf aus dem Halsband und lief weg. Ich band Bella schnell an einem Stuhl fest und sagte Ihr, das Sie dortbleiben muss, und lief Bobby hinterher.

Bobby lief immer wieder weiter weg, wenn ich in seine Nähe kam. Erst als auf einem Grundstück ein Hund bellte, wollte er zurück zu dem Hund, und ich konnte ihm die Leine als Schlinge umlegen. Das gefiel ihm nicht und er wollte weg. Als er mich anschaute, sah ich Panik in seinen Augen. Mit leisem Zureden und Streicheln konnte ich ihn beruhigen und mit zurücknehmen. Bella saß noch dort und wartete, sodass ich richtig stolz auf Sie war.

Als Rosemarie vom Einkaufen zurückkam, hatte ich das Gefühl, das Bobby mal musste. Ich ging mit Ihm alleine auf ein freies Gelände hinter Mercadona. Dort passierte es wieder, dass er seinen Hals aus dem Halsband zog und wegwollte. Ich hielt ihn fest und legte die Schlinge um seine Brust. Er zog weg und die Schlinge rutschte über seinen Körper zu den Hinterläufen. Er war nun gefesselt wie eine Kuh beim Rodeo, was ihm überhaupt nicht gefiel. Ich hielt ihn fest und versuchte, beruhigend auf ihn einzureden, was letztendlich half. Wir gingen dann auch schnell zum Reisemobil und ließen unsere Getränke stehen.

Mittwochmorgens kam seit einiger Zeit immer eine mobile Tierambulanz auf den Campingplatz, zu der ich mit Bobby ging. Es sollte eine Blutuntersuchung, Röntgen sowie Impfungen vorgenommen werden. Ich zeigte der Ärztin die lange Narbe am linken Hinterlauf. Bobby machte alles gut mit, bis auf Fieber messen im Popo, das dauerte ihm zu lange. Das Spritzen der Tollwutimpfung wollte er auch abschütteln. Ich schlug vor, Blutuntersuchung und Röntgen eine Woche später zu machen, und chippen sowieso noch später. Das Fazit der Untersuchung war, dass Bobby ca. ein Jahr alt und allgemein gesund war, was sich mit den nächsten Untersuchungen aber noch ändern konnte.

Das Spazieren gehen mit Bobby funktionierte immer besser. Als Bobby einmal zwei kleinen Hündchen hinterherlief, gefiel das der französischen Besitzerin nicht. Ich versteckte ich mich hinter einer Palme und Bobby kam sofort zurück. Ich testete das Gleiche noch dreimal und es funktionierte jedes Mal wieder.

Am darauffolgenden Samstag wollte Rosemarie zum Campingplatz Las Torres, weil dort zwei deutsche Frauen seien, die sich um Hunde kümmerten. Wir fuhren zuerst zum Hafen, wo Bobby und Bella frei laufen durften. Erst rasten beide den Strand entlang, wobei meistens Bella knurrend hinter Bobby herlief. Später lief Bobby alleine zu jedem Hund, den er sah.

Auf dem Campingplatz Las Torres gab es ein großes Zelt mit einem festen Dach, wo es Kaffee und Kuchen zugunsten eines Hundeheims gab. Außerdem gab es Bratwürstchen, die natürlich die beiden Hunde bekamen. Die beiden Frauen waren vom Refugio Dessert Hearts in Ramonete. Mit der Schwedin Marina Lennartsson hatte ich schon vor drei Jahren Kontakt wegen Carlos gehabt.

Marina war vor ein paar Wochen schon einmal wegen Bobby auf unserem Campingplatz gewesen, um ihn abzuholen, der aber war nicht zu finden. Der Gärtner des Campingplatzes hatte sie informiert, was ich ihm hoch anrechne. Bobby allerdings mochte den Gärtner nicht, er war der einzige Mensch, den er konsequent anbellt, wahrscheinlich hatte der ihn öfter verjagen oder fangen wollen.

Marina fotografierte Bobby und wollte uns helfen, ihn zu vermitteln. Mir war allerdings nicht wohl dabei, Bobby abzugeben, denn er war nach den paar Tagen schon so toll auf uns fixiert, dass er bestimmt nicht wegwollte. Allerdings schätze ich ihn so ein, dass er sich wie Paul, in einer anderen Familie schnell einleben würde. Bevor wir wieder zurückfuhren, ließen wir die Hunde am Strand von Isla Plana frei laufen, was beide genossen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Reisemobil zum Markt. Während Rosemarie den ersten Gang des Marktes benutzte, ging ich mit den beiden Hunden über die Straße neben dem Markt. Auch am Kaffeestand machte Bobby sich prächtig. Wegen der Kälte ging ich nach einer halben Stunde mit den Hunden zum Fahrzeug zurück, während Rosemarie sich auf dem Markt Zeit lassen sollte. Im Fahrzeug waren beide Hunde sehr brav.

Am Nachmittag machten wir einen längeren Spaziergang am Strand, was den Hunden sehr gefiel. Die Beiden kamen inzwischen immer besser miteinander klar. Leider übernahm Bobby viele Unarten von Bella. So bellt er inzwischen Leute an, weil Bella das häufig machte. Bobby hatte bisher keine Probleme mit Katzen, aber durch Bella, wollte er jetzt auch Jagd auf sie machen.

Am nächsten Nachmittag gingen wir zum Oasis und bestellten uns für zwei Euro, einen Kaffee mit Tapa. Da die Hunde kräftig mitaßen, mussten wir das Gleiche noch einmal bestellen. Bobby machte sich wieder ganz toll, aber wenn Bella jemanden anbellte, dann legte er auch los. Dabei war Bobby leider nicht so schnell zu beruhigen wie Bella. Später kam Rita mit Leihhund Max an unserer Parzelle vorbei und nahm Bobby mit. Als sie zurückkam, hatte sie Schmerzen in den Armen, weil die Hunde teilweise feste gezogen hatten. Trotzdem war sie mit Bobby zufrieden, wenn man sein Schicksal berücksichtigte.

Am nächsten Morgen machte mich Bobby schon um 8:30 Uhr wach, sodass ich kurze Zeit später schon mit beiden Hunden rausging. Da ich keinen Ball rumliegen sah, bekam jeder einen neuen. Als wir wieder am Wohnwagen zurück waren, gab es zwei neue kaputte Bälle. Bobby hatte sich das Zerstören von Bällen, so wie vieles andere, von Bella abgeschaut.

Um 10 Uhr ging ich mit Bobby zur Tierärztin. Weil zum Röntgen, einiges im Ambulanzwagen umgebaut werden musste, sollte ich in 1½ Stunden wiederkommen. Das Röntgen gestaltete sich mit Bobby schon schwierig, aber Blut abnehmen, klappte gar nicht. Ich bekam eine Tablette, um Bobby für den nächsten Mittwoch etwas zu beruhigen. Das Röntgenbild ergab, dass Bobby einen Trümmerbruch am hinteren linken Oberschenkel hatte, der mit einer Platte repariert war.

Am späten Nachmittag kaufte ich von Udo aus Lübeck einen großen Hundeanhänger, in den beiden Hunde reinpassten. Seine Ronja wollte dort nicht rein, Bella hat sicher keine Probleme damit. Ob Bobby in den Anhänger gehen würde, wusste ich nicht, die Zeit würde es mir zeigen.

Am nächsten Tag packte ich beide Hunde in den Hänger, was nicht einfach war, weil Bella, Bobby nicht reinlassen wollte. Nachdem beide Hunde drin waren, fuhr ich sofort los. Nach einer Weile fing Bobby an, zu jammern, was ich gut verstehen konnte. Bobby war die Freiheit gewöhnt und nun war er eingesperrt, wer weiß, woran ihn das erinnerte. Rosemarie fuhr weit hinter mir her und ich bat sie, doch näher heranzukommen. Tatsächlich beruhigte sich Bobby, als Rosemarie näher am Hänger war.

Auf der anderen Straßenseite vom Oasis stellten wir die Räder ab und ließen die Hunde am Strand frei laufen. Als wir dann am Oasis waren, fragte mich die Kellnerin, ob Bobby ein Straßenhund war. Sie kannte ihn wohl, Bobby mochte die Kellnerin aber überhaupt nicht und bellte sie penetrant an, wenn sie sich uns näherte. Ich musste mit ihm weggehen, damit die Kellnerin unser Essen bringen konnte.

Bei der Rückfahrt liefen die Hunde nebenher. Für eine längere Fahrt nach Puerto müssen wir vorher aber noch ein paar kleinere Fahrten mit dem Anhänger machen.

Am nächsten Nachmittag gingen wir mit den Hunden den Strand Richtung Oasis entlang. Bobby wurde leider immer schwieriger, weil er immer häufiger, fremde Männer anbellte. Ich hatte dann kaum die Chance, ihn zu beruhigen und davon abzuhalten. Irgendeine Methode muss ich mir einfallen lassen, um Bobby diese Marotte abzugewöhnen. Am Oasis war es wieder die gleiche Bedienung, die Bobby nicht mochte. Wir blieben dort auch nur eine halbe Stunde, weil Bobby zu anstrengend war.

In den nächsten Tagen kam Rita immer um 16 Uhr zu uns, um Bobby zum Spaziergang abzuholen. Nach jedem Mal hatte er weniger Lust, aber Rita ließ ihm keine Chance, er musste mit. Als er nach mehr als einer Stunde zurückkam, ließ er sich freiwillig von Rosemarie abrubbeln. Danach sprang er sofort in den Wohnwagen und freute sich auf Bella.

In der nächsten Nacht regnete es länger und die Wege des Campingplatzes waren mit riesige Pfützen übersät. Am Strand konnten die Hunde jedoch spielen, vor allem Bobby, der mit jedem Hund spielen wollte. Als Rita mit Max kam, um Bobby abzuholen, wollte er nicht mit und zog seinen Hals aus dem Halsband. Er bekam nun Bellas Reservegeschirr, aus dem er sich nicht so schnell herauskommen konnte.

Ich ging darauf mit Bella zum Strand, wo auf einmal Rita mit Bobby und Max auftauchte. Bobby wollte sofort zu Bella und mir kommen, was Rita nicht zuließ. Ich ging mit Bella dann in die andere Richtung, sah aber, dass Bobby immer wieder zu uns wollte. Er tat mir richtig leid, seine Bindung zu uns war inzwischen schon sehr intensiv. Als er nach einer Stunde wieder zu unserem Wohnwagen zurückkam, zeigte er uns seine Freude.

Am Mittwoch war für Bobby wieder Tierarzt angesagt. Um 9 Uhr bekam er eine Beruhigungstablette. Um 10 Uhr war er beim Tierarzt noch zu munter, dass wir eine Stunde später wiederkommen sollten. Nun war er so müde, dass ich ihn fast hätte tragen müssen. Diesmal war ich beim Blutabnehmen nicht dabei, was auch gut klappte, weil Bobby auf dem Tisch einschlief. Die Tierärztin meinte, dass jetzt eine gute Möglichkeit zum Chippen wäre, also ließ ich das auch machen. Erst am Nachmittag wurde Bobby langsam wieder munter.

In der Folgezeit hörte Bobby immer besser, aber er fühlte sich auch immer stärker in unserem Rudel. So ließ er sich nicht mehr so einfach von Bella unterbuttern, was Bella nicht so sehr gefiel. Schlimmer aber war, dass er immer häufiger Menschen anbellte, die ihm nicht geheuer waren. Vor ein bis zwei Wochen hatte er das noch nicht gemacht.

Am Wochenende sollte Bobby mal wieder im Fahrradanhänger mitfahren. Gegen 14 Uhr lud ich Bobby in den Anhänger, Bella war schon drin, aber er wollte wieder raus. Nach einer kurzen Strecke, fing er wieder an, zu heulen, da konnte auch Rosemarie nichts machen. Vor dem Oasis wollte ich anhalten, der Anhänger berührte mit einem Rad einen Baum und kippte um. Bobby fiel auf Bella, aber die Beiden kamen völlig normal aus dem Hänger.

Am Oasis saß Ernst aus Österreich mit seinem Hund Mike, der etwas größer als Bobby war. Bobby mochte Mike leider nicht und bellte ihn ständig an. Das ging eine ganze Weile so, bis Rosemarie ihn auf den Boden drückte und schüttelte. Siehe da Bobby hörte mit dem Bellen auf. Was ich vorher vergeblich versucht hatte, hatte Rosemarie geschafft.

Bei der Rückfahrt mussten die beiden nur einige Hundert Meter im Anhänger bleiben. An den Granitsofas durften Sie raus und spielen, während wir noch eine Weile die Sonne genießen konnten. Das nächste Teilstück liefen die beiden, neben unseren Rädern her. Bella kannte das ja alles, und Bobby lief prima nebenher, ohne jemand anzubellen. Das letzte Stück mussten die Beiden wieder im Anhänger verbringen. Die Strecke war kurz und Bobby heulte auch nicht, war aber froh, als er wieder raus durfte.

Um 16 Uhr kam Rita, um mit Max und Bobby spazieren zu gehen. Wie immer wollte Bobby nicht so richtig, trottelte aber dann doch hinterher. Eineinhalb Stunden später wollte ich gerade zum Reisemobil gehen, sprang Bobby ins Vorzelt, total nass, dass Rosemarie ihn erst trocken reiben musste. Rita kam erst eine Weile später, Bobby war Ihr davongelaufen, nachdem er vorher mit zwei anderen Hunden im Meer war.

Am nächsten Tag gingen wir zum Hafen, um dort Kaffee und Tapas zu essen. Meine Tapas bekamen fast ausschließlich die Hunde, mir blieben nur Brot und Soße. Danach liefen wir den Strand entlang, was die Hunde zum Toben nutzen. Vor allem Bobby lief immer wieder zu anderen Hunden, die dort spazieren gingen, um mit Ihnen zu spielen.

Kurz vor Weihnachten fuhren wir mit dem Reisemobil nach Cartagena. Für Bobby war es die erste längere Fahrt, und sie war nicht problemfrei. Bobby wollte immer aus dem Fenster schauen und sabberte dabei. Als wir in Cartagena beim Aldi anhielten, sah ich, dass Bobby sich hinten im Fahrzeug, übergeben hatte. Als ich dann auch zum Aldi reinging, stand Bobby wieder auf dem Armaturenbrett. Später sah ich, dass auch dort gesabbert hatte.

Im Einkaufszentrum mussten die Hunde im Fahrzeug bleiben, während wir frühstückten. Als ich wieder zum Reisemobil kam, saß Bobby nicht mehr auf dem Armaturenbrett, also ging ich schnell weiter zum Baumarkt, um dort einige Teile zu besorgen. Als ich wieder ins Fahrzeug kam, hatten beide Hunde geschlafen. Bei der Rückfahrt war Bobby schon ruhiger, er lag die meiste Zeit auf der Seitencouch und schlief.

Am Heiligabend machte mich Bella durch Ihr Schütteln, schon vor 8 Uhr wach. Also ging ich schon ein paar Minuten später mit den Hunden zum Strand. Als Geschenk bekamen beide Hunde neue Bälle, die quiekten und leuchteten. Für Bobby war das etwas Tolles, er quiekte fast eine halbe Stunde damit, während Bella, den Quietscher schon nach fünf Minuten zerstört hatte.

Zum Mittag fuhren wir zum Restaurante Grande Munde, um dort chinesisch zu essen. Die beiden Hunde mussten im Fahrzeug zurückbleiben. Bella kannte, dass alleine sein im Reisemobil ganz gut, aber Bobby mochte das Fahrzeug noch nicht und sprang auf den Tisch und das Armaturenbrett. Als wir vom Essen zurückkamen, saß Bobby auf dem Armaturenbrett und sah uns sofort. Die Rückfahrt war kurz, dass Bobby keinen großen Stress hatte.

Am 1. Weihnachtstag wollten wir zum Restaurant Isla Plana, das hatte aber nicht geöffnet. Also liefen wir den Strand entlang, bis zum Hafen. Bella und Bobby spielten ganz toll miteinander, wobei Bobby auch zu jedem anderen Hund lief, den er sah. An diesem und dem nächsten Nachmittag gingen wir zum Café Colonia. Bobby war der unkomplizierteste Hund, mit dem wir bisher dort waren und das nach so kurzer Zeit.

Am nächsten Morgen bellte Bobby schon um 6 Uhr und hörte nicht mehr damit auf. Als ich zu ihm ging, um Ihn zu beruhigen, merkte ich, dass es mit 12 °C ungewollt kalt im Wohnbereich des Wohnwagens war. Als Ursache der Kälte fand ich den herausgezogenen Stecker der Heizung, ob Bobby das war?

Draußen herrschte ein starker böiger Wind, das war wohl eher der Grund für Bobbys Bellen, nicht die Kälte. Auch wenn es diese Nacht kälter als Normal im Wohnwagen war, fror Bobby nicht. Wenn ich daran dachte, wie er vor ein paar Wochen beim Füttern gezittert hatte, war ich froh, dass wir ihn zu uns genommen haben.

In der Nacht zum Dienstag machte Bobby schon um 2 Uhr Theater. Er sprang auf die Sitzbänke und wieder runter, stieß gegen die Schlafzimmertür und jammerte. Obwohl ich keine Lust hatte, stand ich auf und Bobby begrüßte mich wie jeden Morgen. Diesmal versuchte er aber nicht, mir die Zehen oder Finger anzuknabbern. Ich versuchte, ihn zu beruhigen, aber es gelang mir nicht.

Nach einer Viertelstunde zog ich mich an und ging mit ihm über den Campingplatz. Nach einigen Gängen machte Bobby einen Haufen. Beim Aufsammeln bemerkte ich, dass der Kot weis und sehr hart war, wahrscheinlich von den Knochen, die beide Hunde am Vortag bekommen hatten. Ich brauchte noch eine Weile, bis ich Bobby wieder ruhig hatte, und ich ins Bett gehen konnte.

Irgendwann wurde ich wach, weil Bella aus dem Bett sprang und gegen die Tür stieß, wo Bobby sich auf der anderen Seite bemerkbar machte. Also stand ich wieder auf, es war ungefähr 5 Uhr. Wieder war die Situation wie um 2 Uhr, sodass ich diesmal schneller mit Bobby rausging. Diesmal liefen wir höchstens 15 Meter, bis Bobby einen Haufen machte. Danach kam er problemlos wieder zurück in den Wohnwagen.

Es war Bella, die mich kurz vor 9 Uhr weckte und in den Wohnbereich wollte. Obwohl die Heizung dort gerade lief, war es sehr kalt dort. Bobby fror aber nicht, wie vor ein paar Wochen draußen. Als ich es geschafft hatte mit den Beiden aus dem Wohnwagen zu kommen, zog Bella so stark an der Leine, wie schon lange nicht mehr. Als ich Sie dann von der Leine ließ, rannte sie wie eine Irre zum Strand. Ich musste mit Bobby an der Leine schnell hinterher, um zu sehen, wo Bella Ihren Haufen macht.

Auch bei Bella war der Kot weis und total hart. Beide Hunde machten an diesem Morgen noch mehrere Haufen. Im Nachhinein machte ich mir Vorwürfe, weil ich Bella nicht schon um 5 Uhr mit rausgenommen hatte. Eins hatte ich mir aber vorgenommen, die Hunde würden keine Knochen mehr bekommen, zu mindestens keine großen.

In der Silvesternacht begann die Knallerei erst nach 24 Uhr. Bella war, die erste, die vor Angst zitterte und irgendwohin flüchten wollte. Vor allem Bella wusste nicht, wohin Sie sich verkriechen sollte. Weder zu Rosemarie noch zu mir hatte sie vertrauen. Dann merkte ich, dass auch Bobby anfing, zu zittern und er sich nicht mehr beruhigen ließ. Was musste der kleine Kerl nur bei der Romeria de Milagro gelitten haben, als er noch draußen lebte, und die fürchterlichen Böllerschüsse abgeschossen wurden. Es dauerte sehr lange, bis Bobby sich wieder beruhigt hatte, viel länger als bei Bella.

Am Donnerstag dem Neujahrstag gingen wir gegen 15 Uhr mit den Hunden den Strand entlang. Wir kehrten am Oasis ein, wo die Hunde wieder das meiste von meinen Tapas bekamen. Wieder stellten wir fest, dass es am Oasis um diese Zeit, wegen der Palmen zu kalt ist, weil dort immer ein Wind weht.

Ein paar Tage später, versuchten wir mal wieder, mit dem Hundeanhänger zu fahren. Während Bella gerne hineinging, musste mir Rosemarie bei Bobby helfen. Während der Fahrt jammerte Bobby extrem laut und alle Leute auf dem Paseo schauten uns hinterher. Wir fuhren wie immer mit Bobby bis zum Oasis, wo Rosemarie beim Rauslassen mir wieder helfen musste. Nicht dass ich Angst hatte, dass Bobby wegläuft, aber er hätte in seiner Freude wieder frei zu sein, unvorsichtig über die Straße laufen können.

Es war wieder die kleine freundliche Bedienung da, und wieder bellte Bobby sie an, allerdings nicht mehr so extrem wie am Anfang. Mit den anderen Bedienungen hatte Bobby bisher keine Probleme gehabt, aber diese Frau mochte er nicht, das konnte man diesmal klar erkennen.

Bei der Rückfahrt mussten die Beiden für das kurze Stück neben der Straße in den Anhänger. Dann durften die Beiden wieder am Strand frei laufen, während wir die warmen Granitbänke und die Sonne genossen.

Am Samstag fuhren wir zum zweiten Mal nach Mazarrón zum Markt. Bobby hatte mich schon vor 8 Uhr aus dem Wohnwagen getrieben, weil er dringend musste. Bobby war bei dieser Fahrt mit dem Reisemobil schon erheblich ruhiger, aber wir müssen noch eine längere Zeit üben. In Mazarrón war für Bobby alles neu, er musste an allem riechen und jeden Eingang untersuchen. Trotzdem ließ er sich relativ leicht führen.

Während Rosemarie über den Markt schlenderte, blieb ich mit den beiden Hunden am Kaffeestand. Rosemarie ging als Erstes in eine kleine Boutique, worauf beide Hunde ständig, deren Tür beobachteten. Als Rosemarie dort wieder rauskam, bekamen Beide es aber nicht mit. Auch nach einer Stunde glaubten die Hunde, dass Rosemarie noch in dem Laden ist, und beobachteten die Tür immer noch.

Am 5.1. um 0 Uhr hörten wir auf einmal im Abstand von 2- 3 Minuten Böllerschüsse. Bobby fing an, stark zu zittern, auch Bella, die schon bei Rosemarie im Bett gelegen hatte, hörte ich aus dem Bett springen. Nun zitterten beide um die Wette und waren nicht zu beruhigen. Keinem von Beiden konnte ich helfen, beide waren ein Häufchen Elend.

Am Montag wollten wir zum ersten Mal versuchen, mit beiden Hunden im Anhänger nach Puerto zu fahren. Schon auf dem Campingplatz fing Bobby, an zu weinen. Als Rosemarie in ansprach, war er kurz ruhig, um dann weiter zu jammern. Als die Hunde dann aus dem Hänger durften, schloss sich Bobby sofort Bella an, die den Weg ja kannte. Nach einer Weile jagte Bella den Bobby weg, so als wenn sie ihm sagen wollte, dass dieser Weg Ihr gehört.

Insgesamt klappte es mit der Fahrt sehr gut, obwohl Bobby bei der weiteren Fahrt wieder jammerte. Mit dem neuen breiteren Anhänger konnten wir beim letzten Stück, den bisherigen Weg nicht nehmen, sondern mussten einen neuen suchen. Beim Tea Pot kannte Bobby sich inzwischen aus und war zum größten Teil unkompliziert. Als zwei uns bekannte Hunde kamen und ich dem einen kleinen Hund ein Leckerchen bringen wollte, schepperte es auf einmal hinter uns. Bobby zog meinen Stuhl einige Meter hinter sich her.

Der Rückweg war fast wie der Hinweg, ein jammernder Bobby im Anhänger, eine zankende Bella beim freien Laufen. Als Bobby für das letzte Stück wieder in den Hänger musste, jammerte er wie zuvor. Als wir dann aber die Rambla überquert hatten, sagte er auf einmal nichts mehr. Auch auf dem Campingplatz ließ er nichts von sich hören. Ich erinnerte mich an Carlos vor drei Jahren. Der hatte mich beim Fahrradfahren extrem angebellt, bis ich irgendwann merkte, dass das nur beim Wegfahren geschah, weil er Angst hatte, dass ich ihn verlasse. Ich werde das bei Bobby mal unter diesem Gesichtspunkt weiter beobachten.

An heilige Drei Könige liefen wir wegen der vielen Spaziergänger, nur mittags den Strand entlang, bis zum Paseo Castelllar. Ab und zu musste ich die Hunde anleinen, weil Leute entgegenkamen, bei denen ich Bobby aber auch Bella nicht einschätzen konnte.

Ein paar Tage später fuhren wir wieder mit den Fahrrädern nach Puerto. Unterwegs weinte Bobby herzzerreißend und war auch nicht zu beruhigen. Als beide dann aus dem Anhänger durften, war Bobby nichts mehr vom Weinen anzumerken. Wir wollten diesmal die Hunde etwas weiterlaufen lassen, als beim letzten Mal. Leider erinnerte sich Bella an das Aas, das schon seit drei Jahren, etwa 10 Meter vom Weg entfernt lag und rannte sofort dorthin. Wir versuchten natürlich, Sie davon abzuhalten, sie zog aber etwas aus der Tüte, rannte weg und fraß es. Beim Tea Pot übergab sich Bella dann und die Würstchen, die Sie dort bekommen hatte, waren mit draußen.

Am nächsten Samstag fuhren wir wieder mit dem Reisemobil nach Mazarrón zum Markt. Wie immer mussten wir mit dem großen Fahrzeug weit weg vom Markt parken. Den Weg kannten jetzt beide Hunde und kamen hervorragen auf den schmalen Gehwegen mit. Bobby wusste schon, wo auf einem Hof Hunde wohnten. Unter dem Eisentor begrüßte Bobby diese Hunde, die ebenfalls freundlich zu Ihm waren.

Am nächsten Sonntag weckte mich Bobby schon um 6 Uhr. Ich konnte ihn aber schnell dazu bringen, wieder zu schlafen, sodass ich nach 5 Minuten wieder zurück ins Bett konnte. Um 10 Uhr fuhren wir wie immer zum Markt nach Puerto. Bobby stieg inzwischen gerne ins Reisemobil ein. Leider sprang er dort noch immer auf den Tisch und das Armaturenbrett. Auf dem Fußweg zum Markt hatte Bobby eine Plastiktüte gefunden. Darin fand er eine Papiertüte, in dem sich ein Churro befand. Bella gefiel das nicht und stahl ihm diesen Churro. Auf dem Rückweg ging Bobby noch einmal an diese Tüte, weil er wusste, dass sich darin noch ein weiterer halber Churro befand. Diesmal ließ er jedoch Bella nicht daran.

Zwei Tage später fuhren wir mit den Rädern nach Puerto. Bobby gefiel die Fahrt im Anhänger immer noch nicht besser, obwohl er auf dem Campingplatz alleine den Anhänger von innen inspiziert hatte. Am Tea Pot waren beide Hunde sehr friedlich, obwohl immer mal wieder andere Hunde vorbeikamen.

Am Freitag fuhren wir mittags zum ersten Mal zu Alfonso an der Via Axial. Obwohl die Terrasse mit Doppelstegplatten geschlossen war, durften wir die Hunde mit hineinnehmen. Wie immer bekamen die Hunde von meinem Essen eine Menge ab, wobei Bobby sogar Pommes aß.

Am Samstag fuhren wir wieder zum Markt nach Mazarrón. Bobby war sofort unruhig und wollte zu den Hunden hinter dem Eisentor, und wieder kamen freundliche Hundeschnauzen unter die Tür, die Bobby beschnüffelte. Auf dem Markt spielte Bobby sogar mit vorbeikommenden, frei laufenden Hunden.

Eine Woche später fuhren wir wieder mit den Fahrrädern nach Puerto. Bobby fing wieder relativ früh an, zu weinen. Als beide Hunde dann frei laufen durften, war alles wieder in Ordnung. Wir hatten wieder Hundewurst für den Wachhund unterwegs dabei, leider gab es beim Füttern große Probleme. Unsere beiden Hunde bellten so stark, dass der Wachhund sich sehr aufregte. Mit Bobby im Anhänger werden wir diesen Hund leider nicht mehr füttern können.

Bei der Rückfahrt fing Bobby sofort wieder an, zu weinen. Er kratzte wie ein Irrer am Stoff des Anhängers und war auf einmal draußen. Ich hatte wohl die vordere Öffnung wohl nicht richtig geschlossen. Er ließ sich allerdings schnell wieder einfangen und in den Anhänger verfrachten, wo er sofort wieder anfing, zu weinen.

Als ich am Nachmittag mit den Hunden am Strand war, lief Bobby freundlich zu einer Frau mit Hund. Die Frau wollte das nicht und schimpfte mit Bobby und trat dann nach ihm. Ich protestierte laut, worauf Sie mich ebenfalls beschimpfte. Die Sache war eigentlich vorbei, als ein Mann mit geballter Faust auf mich zugelaufen kam, sich vor mir aufbäumte und mich anschrie. Ich verstand ihn nicht, aber er machte mir mit Zeichen klar, dass er Bobby beim nächsten Mal den Kopf abhacken wolle.

Bis Ende Januar wurde Bobby immer schwieriger. Vor allem im dunklen zog er wie Irrer an der Leine und lief dabei im Zickzack vor mir her. Wenn ich Bobby an der Leine kurzhielt, wurde es für mich sogar gefährlich, weil er dann vor meine Füße lief und ich darüber stolpern konnte. Wenn er dann wieder frei laufen durfte, war alles klar. Zusätzlich bellte er nachts häufig Menschen und Hunde an.

In dieser Zeit waren besonders viele Hundebesitzer unterwegs, meistens Franzosen und Spanier, die nicht wollten, dass ein anderer Hund in die Nähe des eigenen Hundes kam. In der Regel waren Sie dann verärgert und ließen das den fremden Hund spüren. Bobby ließ sich das aber nicht mehr gefallen und bellt die Leute dann an. Von mir ließ er sich dann weder beruhigen noch einfangen. Ihn einzufangen war jedes Mal anders, und das war für mich sehr belastend.

Wenn Bobby frei herumlief, musste ich ständig Ausschau nach Leuten halten, mit denen Bobby Probleme haben könnte, um Ihn frühzeitig an die Leine zu bekommen. Schwierig war es bei Fahrradfahrern oder Joggern, die trotz meiner Aufmerksamkeit plötzlich zu nah waren.

Die Fahrten mit Bobby im Anhänger wurden immer schwieriger, obwohl er sogar von alleine in den Anhänger sprang, wenn er dieser offenstand. Wir versuchten es mit kurzen Fahrten zum Oasis, wobei die Hunde davon den größten Teil nebenherlaufen durften. Aber auch die kurzen Strecken mochte Bobby nicht, er weinte und versuchte die Wände zu zerkratzen.

Als wir Anfang Februar auf dem Campingplatz zum Paella Essen gingen, musste Bobby zum ersten Mal alleine mit Bella im Wohnwagen bleiben. Als wir nach zwei Stunden wieder zurückkamen, freuten sich Beide, dass wir wieder da waren, aber auch, weil wir etwas mitgebracht hatten. Ich glaube, dass Bella eine große Stütze für Bobby war.

Bei schlechtem Wetter gingen wir häufiger mal zum Café Colonia. Ein Weg dorthin oder zurück, ging immer über den Deich der Rambla. Bei einer Rückkehr lief Bobby in die Rambla, wie er es immer machte, aber diesmal lief er in die falsche Richtung. Dort war ein Schäfer mit seinen Schafen und vor allem Hunden, zu denen Bobby wohl hinwollte. Auf dem Deich hatte ich Bobby ein paar Mal gerufen, aber erst als wir kurz vor dem Paseo waren, kam er angerannt.

An einem Morgen lief Bobby so weit von mir weg, wie er es noch nie gemacht hatte. Ich hatte das Gefühl, das es damit zusammenhing, weil ich Bobby am Vortag zum ersten Mal mit einer Sprühflasche bespritzt hatte, um ihn vom Anbellen abzuhalten.

Als wir Anfang Februar wieder mal nach Cartagena fuhren, war Bobby im Fahrzeug sehr unruhig. Da er beim morgendlichenmorgentlichen Gassigehen nichts gemacht hatte, glaubte ich, dass er nun müsste. Ich hielt an einer passenden Stelle am Strand an und tatsächlich, Bobby musste mal. Danach war Bobby trotzdem nicht ruhiger, dabei hatte es kurz vor Weihnachten noch einigermaßen geklappt. Bobby hatte in der letzten Zeit schon so viele Fahrten mit uns im Reisemobil gemacht, dass er bei den letzten Fahrten ganz entspannt war, an diesem Tag jedoch nicht.

In Cartagena ließen wir die beiden Hunde einige Male im Fahrzeug alleine. Bobby musste nur sehen, wo wir hingingen, dann war er zufrieden. Als wir vom Aldi zurückkamen, lag er auf Rosemaries Sitz und schlief. Nachdem wir beim Chinesen eine neue Hütte für Bella und für Bobby einen Quitscheknochen gekauft hatten, gingen wir zum Italiener essen. Bei der Rückkehr saß Bobby wieder auf dem Armaturenbrett und sah mich schon Weitem. Auf der Rückfahrt war Bobby aber wieder sehr unruhig, sodass ich langsam Sorgen bekam, wie Bobby sich auf der Fahrt nach Deutschland verhalten würde.

Mitte Februar fuhren wir zum ersten Mal freitags, mit den beiden Hunden zu Alfonso in der Via Axial essen. Obwohl die Terrasse außer dem Eingang geschlossen war, durften die Hunde dort rein. Bobby bellte anfangs kurz, war aber dann ganz ruhig. Eine Woche später brachte Hartmut seinen Boxerrüden Felix mit, was ein ziemliches Gebell auslöste. Ich brachte Bobby ins Reisemobil und er blieb dort, ohne Probleme zu machen. Nach einer Viertelstunde holte ich ihn wieder ins Lokal zurück. Nach kurzem Gebell waren die Hunde friedlich.

Eine Woche später gab es wieder ein großes Gebell, als Hartmut mit Felix hereinkam, was sich aber recht bald legte. Bobby klaute Felix einen Knochen, was diesen nicht erfreute, aber Bobby verteidigte den Knochen. Eine Woche später bellte Bobby wieder extrem Boxer Felix an. Ich musste ich noch dreimal mit Bobby rausgehen, weil ich das Bellen den anderen Gästen nicht zumuten konnte.

An einem Sonntag Mitte Februar weckte Bobby mich schon vor 8 Uhr. Eigentlich war das etwas Normales, aber an diesem Morgen musste ich zur Toilette. Ich erzählte Bobby, dass ich gleich, wiederkomme und er zeigte auch keine Ambitionen, aus dem Wohnwagen herauszulaufen. Als ich wieder zurückkam, traute ich meinen Augen nicht, denn mein teurer Insulinpen (180 €) lag am Boden in mehr als zwanzig Einzelteilen.

Etwas später sah ich, dass ein spezielles Ladegerät für Handy- und Kamera-Akkus im Wassernapf lag. Ich konnte Bobby keine Schuld geben, ich hätte es vor ihm sicher weglegen müssen. Normalerweise hätte er meine Crocs genommen und seinen Kopf daraufgelegt. Das konnte er aber nicht, denn ich hatte diese Schuhe angehabt.

Als wir am nächsten Freitag wieder bei Alfonso waren, blieben wir über vier Stunden dort. Für Bobby war diese Zeit zu lang, sodass ich viermal mit ihm alleine spazieren ging. Dabei fiel mir auf, dass Bobby keiner Katze hinterherlief, aber auch nicht anbellte. Wenn Bella dabei war, dreht Bobby immer total durch, warum weiß ich noch nicht.

Ende Februar gab es am Strand wieder ein Wettangeln. Wie immer wurden zu Beginn und zum Ende Böller abgeschossen, was dafür sorgte, dass Bella und Bobby total verängstigt wurden.

Ende Februar sollte Bobby kastriert werden. Beim Setzen der Beruhigungsspritze schrie er schon und wollte wegrennen. Nach einer halben Stunde gab ich ihn bei der Tierärztin ab. Etwas später erzählte mir Anne aus Mülheim, das Bobby so geschrien hatte, das sie sich die Ohren zuhalten musste und am liebsten weggelaufen wäre. Ich war froh, dass ich das nicht mitbekommen hatte.

An den nächsten Tagen jammerte Bobby, wenn er im Wohnwagen war, draußen war aber alles ok. Als ich am nächsten Morgen zu Bobby ging, merkte ich, dass er auf eine kleine Matte gepinkelt hatte. Rosemarie merkte das später auch und schimpfte kräftig mit Bobby.

In der nächsten Nacht hatte Bobby an anderer Stelle wieder auf eine Matte gepinkelt. Das Gleiche passierte auch eine Nacht später. Als ich in der darauffolgenden Nacht, zu Bobby in den Wohnraum ging, merkte ich, wie er zitterte. Ein Blick aufs Thermometer sagte mir, dass er nicht vor Kälte zitterte. Ich zog mich schnell an und ging mit ihm raus. Er war kaum auf der Straße, da pinkelte er schon. Ich lief noch eine Runde mit ihm und er machte sogar noch einen Haufen. Danach ging er wieder ganz flott mit mir in den Wohnwagen.

Das Ganze machten wir dann noch weitere drei Tage. Dann versuchte ich, nicht mehr nachts mit Bobby rauszugehen, horchte aber immer, ob er unruhig war. Es klappte aber alles, es war also nur eine Nachwirkung der Kastration. Bobby wollte also gar nicht in den Wohnwagen pinkeln, hatte den Druck einfach nicht halten können. Ich hätte vielleicht darauf auch etwas eher kommen können, aber ich hatte es nicht getan.

In den letzten Wochen vor unserer Abreise nach Deutschland änderte sich auf unserer Parzelle täglich etwas, Bobby kam damit gut klar. Auch als wir dann im Reisemobil übernachteten, machte er auch keine Probleme. Kurz bevor wir heimfuhren, besorgte ich noch Beruhigungstabletten vom Tierarzt.

Am Tag unserer Abreise bekam Bobby vor dem Gassi gehen, eine Beruhigungstablette. Bobby war bei der Fahrt relativ ruhig, wahrscheinlich durch die Tabletten. Am zweiten Tag jammerte Bobby im Bereich von Paris, wo ich allerdings keinen Platz zum Anhalten fand.

Nachdem wir weit hinter Paris mit den Hunden Gassi gehen konnten, war wieder alles in Ordnung. Die Umstände der Fahrt ohne Scheibenwischer hatten verhindert, dass ich öfter mit den Hunden rausgegangen war. Am letzten Tag der Fahrt bekam Bobby keine Tablette mehr, trotzdem war er relativ ruhig, er hatte sich wohl an die lange Fahrt gewöhnt. Er war während der letzten zwei Tage sowieso nur unruhig, wenn wir langsam fuhren oder halten mussten.

Deutschland 2015:
Als wir endlich in Leverkusen angekommen waren, rannte er Bella zum Haus von Gitta und Bruno hinterher. In deren Haus lief er an Gitta vorbei, um dann Bruno anzubellen. Nach ein paar Minuten hatte er sich beruhigt und lief er durchs Haus, um alles zu erkunden. Er benutzte Sessel und Couch, als gehörte alles Ihm.

Die restlichen Kilometer bis nach Hause machte Bobby auch keine Probleme. Zuhause musste er dann mit Bella ca. eine Stunde im Wohnzimmer bleiben, bis wir das Reisemobil entladen und weggebracht hatten. Als wir später Gassi gingen, sah Bobby das viele Gras überall und fraß eine Menge davon. Kurze Zeit später kotzte er alles wieder aus.

Auch in der Nacht mussten die beiden Hunde im Wohnzimmer bleiben. Als Bella gegen 5 Uhr im Wohnzimmer bellte um aus dem Wohnzimmer ins Bett zu kommen, rannte Bobby natürlich hinterher. So wie an diesem Tag lief es in den nächsten Wochen weiter.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum ersten Mal, mit beiden Hunden im PKW, zu unserem Frühstückslokal. Lokale kannte Bobby von Spanien ja nicht, weil Hunde darin nicht erlaubt waren. Als wir hineingingen, war dort noch alles leer und so konnte Bobby natürlich keinen Menschen anbellen. Als dann später andere Gäste ins Lokal kamen, wollte er das eine oder andere Mal bellen, aber ich konnte ihn davon abhalten. Insgesamt war ich mit Bobby sehr zufrieden.

In den Nächten Tagen fuhren jeden Tag zum Frühstück, auch an anderen Orten. Bobby machte beim Fahren keine Probleme, er sprang sogar von alleine ins Auto. Als wir bei einem Bäcker vor einem Baumarkt frühstückten, wo es viel Publikumsverkehr gab, musste ich Ihn einige Male zurückhalten, insgesamt war ich aber dort mit ihm zufrieden.

Nach einer Woche ließ ich Bobby beim Morgenspaziergang teilweise frei laufen. Ich hatte das Gefühl, dass er sich dadurch besser an alles gewöhnte. Er bellte mit der Zeit immer weniger die Leute an und freundete sich sogar mit einigen Hunden an. Vor allem auf Tobi, einem Ball-Junkie, der ständig bellt, wenn er sich freut oder wenn man seinen Ball werfen soll, lief er freudig zu, wenn er Ihn hörte oder sah. Nach einiger Zeit versucht Bobby, Tobi zu beruhigen, wenn dieser wieder bellte. Er zog dann Tobi am Geschirr oder am Schwanz, aber immer nur dann, wenn Tobi bellte.

Nachdem Bobby ca. 10 Tage in Deutschland war, waren wir eine Weile mit Tobi und seinem Herrchen zusammen, da sah ich Bobby auf einmal nicht mehr. Auf mein Rufen kam er nicht, selbst „Tschüss Bobby“, was sonst immer funktioniert, klappte nicht. Ich suchte ihn noch eine Weile und ging dann nach Hause, weil ich hoffte, dass er vielleicht dorthin gelaufen war.

Als ich Zuhause ankam, war er tatsächlich dort. Ging es mir gerade noch schlecht, so fand ich es jetzt sogar sehr gut, dass er abgehauen war, denn ich wusste nun, dass er alleine nach Hause findet. Dieses Erlebnis gab mir mehr Sicherheit, wenn ich Bobby frei laufen ließ.

Tagsüber bellte Bobby mal seltener die Leute an, dann wieder häufiger. Ich musste immer darauf achten, dass ich Bobby an die Leine bekam, wenn problematische Personen in unsere Nähe kamen. Besonders gut funktioniert dann mein Ruf „Tschüss Bobby“, in mehr als 90 % der Fälle kam Bobby dann schnell angelaufen.

Der Spätspaziergang mit Bobby war allerdings fast immer problematisch. Er bellte fast jeden Menschen an, aber auch Hunde. Eine Sprühflasche mit Wasser, die ich dann öfter benutzte, brachte auch nicht immer den erhofften Erfolg. Am schlimmsten war es freitags und samstags, weil dann abends viele Jugendliche unterwegs waren.

Als wir eines Abends Bellas Freundin Marie, eine Galga trafen, ließ ich Bobby von der Leine. Die Hunde kamen wunderbar miteinander klar, selbst Bella rannte mit Bobby und Marie mit. An einem anderen Abend trafen wir Nelly, eine Golden-Retriever-Hündin, wo es auch keine Probleme gab. Wenn wir abends aber Sam, einen riesigen weißen Hund trafen, dreht Bobby durch. Ich hoffte ja immer noch, dass Bobby eines Tages aufhört, Menschen anzubellen.

In der Nacht mussten die Hunde immer im Wohnzimmer bleiben. Bella kam früher immer zwischen 1 und 2 Uhr ins Bett. Da nun aber die Wohnzimmertür geschlossen war, versuchte sie immer gegen Morgen, an der Tür zu kratzen. Wenn ich das nicht merkte, bellte sie. Morgens zwischen 6 und 7 Uhr machte ich den Hunden immer leise die Wohnzimmertür auf. Sofort kamen die beiden heraus und liefen die Treppe hoch ins Bett, Bobby war dabei immer der erste. Nach einer bis zwei Wochen wich Bobby mir abends nicht mehr von der Seite. Häufig entwischte er durch die Tür, wenn ich mal zur Toilette musste. Er lief dann immer sofort nach oben ins Bett.

Damit vor allem Bobby etwas mehr Auslauf bekam, liefen wir häufiger durch den Wald. Das war etwas Tolles für Bobby, alles roch unbekannt und er konnte frei laufen. Bella lief meistens mit Bobby mit, der aber lief viel größere Strecken als Bella. Auch eine ehemalige Kiesgrube, in der jetzt kleine Bäume wuchsen, konnte Bobby rennen, ohne dass ständig jemand vorbeikam. Wenn mal jemand kam, hatte er einen Hund dabei. Bobby gefiel das natürlich, weil der andere Hund dort in der Regel ohne Leine lief.

Anfang Mai fuhren wir mit den beiden Hunden nach Ratzeburg zu Rosemaries Tochter. Unterwegs hielten wir bei meinem Freund in Osnabrück an. Bobby bellte anfangs meinen Freund an, fing dann aber an, das große Grundstück im Eiltempo zu erkunden. Man sah den Spaß, den er hatte, wenn er durch das Grün sprang. Für Ihn wäre ich gerne noch länger dortgeblieben. Auf der anderen Seite war ich auch froh, dass wir weiterfuhren, denn Bobby hatte sich in der kurzen Zeit drei Zecken eingefangen.

In Ratzeburg bei Rosemaries Tochter, benötigte Bobby ein paar Stunden, bis er sich dort wohlfühlte. Dann untersuchte er alles und war manchmal, für längere Zeit nicht mehr zu sehen. Rosemaries Enkelin Sandra besaß einen Goldhamster, den konnte Bobby natürlich riechen, und war häufiger in Ihrem Zimmer unter dem Dach. Wenn er Lust hatte, ging er ins Schlafzimmer und ruhte sich dort aus. Wenn ich ins Bett ging, lag er schon mitten darin. Ich musste ihn immer erst zur Seite schieben, um selbst Platz zu haben.

Spazieren gingen wir immer durch Felder, wo auf der einen Seite Raps, auf der einen Seite Getreide stand. Im Rapsfeld gefiel es Bobby, weil es zwischen den Pflanzen immer Reihen gab, wo er durchlaufen konnte. Häufig traf er Hunde, mit denen er spielen konnte, wenn die anderen Hunde auch freiliefen. Bobby gefiel das Spazieren gehen in Ratzeburg, sehr gut. Nur im Dunkeln beim Spätspaziergang musste er alles anbellen, was er sah, und zwar extrem.

Hatten Birgit und Sandra am Anfang noch Angst vor Bobby, so waren die Beiden bald von ihm angetan. Als wir nach zwei Wochen wieder nach Hause fuhren, hätte Sandra am liebsten Bobby dortbehalten. Bobby war zwar gerne dort, aber er wäre tagsüber zu lange alleine geblieben. So etwas würde ich Bobby niemals zumuten. Selbst Rosemarie, die anfangs nicht glücklich darüber war, dass ich Bobby behalten wollte, hätte Bobby nicht mehr abgeben können.

Als wir wieder Zuhause waren, wollte Bobby auch immer mit mir ins Bett. Bevor ich ins Bett ging, wich er nicht mehr von meiner Seite. Wenn ich aus irgendeinem Grund die Wohnzimmertür öffnen musste, zwängte Bobby sich dazwischen und rannte die Treppen hoch ins Schlafzimmer.

Während Bella immer unter Rosemaries Bettdecke kroch, legt Bobby sich auf mein Oberbett und das immer in der Mitte. Wenn ich dann ins Bett wollte, musste ich ihn immer zur Seite schieben, damit ich überhaupt etwas Platz bekam. Nachts sucht Bobby immer wieder Körperkontakt und legt sich teilweise auf mich. Wenn ich mich etwas von ihm entferne, rückt er wieder nach. So nahm er immer die Mitte des Bettes ein und mir blieb nur rechts oder links von ihm etwas Platz.

Bella kam in der Regel erst gegen morgen ins Bett. Irgendwann gefiel Bobby, das nicht und knurrte Bella an. Sie durfte zwar ins Bett, wenn sie aber unter Rosemaries Decke wollte, knurrte er. Bella blieb dadurch manchmal die ganze Nacht im Wohnzimmer, was für Rosemarie eigentlich viel besser war.

Mitte August wollte Rosemarie, wegen Bobby unbedingt ein neues Auto haben, damit die Hunde wegen der Haare weiter von uns entfernt sind. Ich sah eigentlich keinen Grund für ein neues Auto, aber ich hatte das gebetsmühlenartige Fordern, irgendwann satt und gab nach.

Bella hatte mit dem neuen Auto keine Probleme, Bobby heulte jedoch nun ständig beim Fahren. Rosemarie meinte nur, er muss sich daran gewöhnen, aber Bobby gewöhnte sich nicht daran, dass er nun beim Fahren so weit weg von uns sein musste.

Beim Spazieren gehen, versuchte Bella, immer noch Bobby zu dominieren. Aus welchen Gründen auch immer jagte Bella ihm ständig knurrend hinterher. Bella konnte zwar wegen Bobbys Behinderung schneller laufen, aber Bobby war wendiger und wesentlich ausdauernder als sie. Bobby provozierte Bella dann häufig und lief danach schnell weg. Es machte ihm Spaß, wenn Bella nicht mithalten konnte.

Bein nächsten Besuch in Ratzeburg fühlte Bobby sich dort sofort wie Zuhause. Beim Spaziergang durch die Felder liefen ab und zu Rehe an uns vorbei. Bobby lief manchmal den Rehen hinterher, ohne zu bellen. Ich vermutete, dass er glaubte, dass es größere Hunde waren. Als wir ein Gehege besuchten, in dem zwei Esel und ein Schaf lebten, lief Bobby im Gegensatz zu Bella dort rein. Als Bella von außerhalb die beiden Esel anbellte und diese zu uns trabten, bekam Bobby Angst und rannte zum Tor. Anstatt durch die Lücken zu laufen, machte er sich vor dem Tor ganz klein und kam erst raus, als die Esel sich wieder von ihm entfernten.

Zuhause gingen wir sonntags öfter nach dem Frühstück in die aufgeforstete ehemalige Kiesgrube am Freudenberg. Beim dritten Mal wollte Bobby aber nicht mehr aus dem Auto, als ich ihn heraushob, sprang er sofort wieder zurück. Der Grund waren die Schießübungen auf der anderen Straßenseite, die Ihm Angst machten. Ab diesem Tag konnte ich Bobby nur mit eingezogenem Schwanz ins Loch bringen. Wenn ich ihn dort frei laufen ließ, wich er nicht von meiner Seite, während Bella das Gelände nach Tennisbällen durchsuchte.

Am 1. November waren wir wieder am Freudenberg. Da dieser Tag ein stiller Feiertag war, glaubte ich, dass es keine Schießübungen dort geben würde. Als wir dann runter ins Loch gingen, ballerte es auf einmal dann doch. Bobby lief mit eingezogenem Schwanz neben uns her. Dann lief er immer wieder in seitlich stehende Sträucher, um sich zu verstecken. Auf halben Weg lief er auf einmal voraus, um dann, rechts den Abhang Richtung Autobahn hochzulaufen.

Ich rief Bobby, aber er kam nicht zurück, was er sonst immer machte. Ich lief unter ständigen Rufen den Weg dort rauf, aber von Bobby war nichts zu sehen und zu hören. Oben sah ich, dass die Autobahn durch einen engmaschigen Zaun geschützt war. Es gab eine Brücke, auf der Wild die Autobahn überqueren konnte.

Nach 1½ Stunden suchen, fuhr ich Rosemarie und Bella nach Hause, um dann sofort zurückzukehren. Ich lief nun alle möglichen Wege ab und fragte jeden, den ich traf nach einem kleinen braunen Hund, aber niemand hatte einen frei laufenden Hund gesehen. Als ein älteres Paar joggend vorbeilief, fragte ich auch diese, aber die hatten auch nichts gesehen. Zwanzig Meter weiter drehte sich der Mann um und rief mir zu, dass er an einem Baum einen Zettel gesehen hat, dass ein Hund gefunden wurde.

Er versuchte, mir zu erklären, wo er den Zettel gesehen hatte. Da ich nicht wusste, wie weit ich mit meinen Knien noch laufen konnte, ging ich zum Auto, um den Zettel damit zu suchen. Ich fuhr suchend bis nach Schermbeck, konnte aber keinen Baum mit einem Zettel finden. Also fuhr ich auf dem Rückweg in jeden abzweigenden Weg, und fand an einem großen Parkplatz tatsächlich einen Zettel mit „Hund gefunden, Bobbi“. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich rief sofort die dort angegebene Telefonnummer an.

Tatsächlich war es unser Bobby, den eine Familie gefunden hatte. Ich fuhr dann dorthin, und fand Bobby, mit anderen Hunden spielen. Er schaute mich zwar an, aber nicht erfreut, sondern eher desinteressiert. Als er dann noch einer jungen Frau auf den Schoß sprang, befremdete mich das schon etwas.

Die Leute erzählten mir, dass sie Bobby verstört über die B58 laufen gesehen hatten. Er wollte in einen kleinen Weg, der zu einer Tierärztin führt. Sie mussten Bobby in die Enge treiben, um ihn einzufangen. Bei dieser Tierärztin waren wir mit Bobby ein halbes Jahr vorher einmal gewesen. Nachdem die Leute Bobby eingefangen hatten, sind sie mit ihm zum Tierheim Dorsten gefahren um den Chip auslesen zu lassen. Leider war Bobby angeblich bei Tasso nicht registriert. Bei der Eingabe in das Tasso Register musste wohl ein Zahlendreher passiert sein.

Ich fand, dass die Leute toll reagiert hatten und fand, dass ich viel von Ihnen lernen konnte. Ich musste danach zum Tierheim, um die Sache mit Bobby abzuschließen. Als wir dann Zuhause ankamen, bellte Bella Bobby extrem an, als wenn sie sagen wollte, du hast hier nichts mehr zu suchen.

In der darauffolgenden Woche waren wir in unserem Frühstückslokal, als Bobby wegen eines anderen Gastes bellte. Ich brachte ihn daraufhin sofort ins Auto, als ich vom Wirt hörte, dass es dafür endlich Zeit sei. Zehn Minuten später holte ich Bobby wieder rein und es gab kein Problem mehr. Als wir später das Lokal verließen, gab der Wirt mir den guten Rat, die Hunde nach Spanien zu bringen und dort zurückzulassen. Ich bedankte mich für den Ratschlag und für mich klar, dieser Wirt wurde mich nie wieder, in seinem Lokal sehen, obwohl wir über fünf Jahre dort Stammgäste waren.

Wir gingen dadurch zu anderen Lokalen, um zu frühstücken. Für die Hunde mussten wir andere Stellen suchen, wo sie frei laufen konnten. Bei schlechtem Wetter war das nicht so einfach und nach den häufigen Regen im Herbst trockneten die Pfützen im Wald kaum. Ich zählte die Tage, bis wir uns auf den Weg nach Spanien aufmachen konnten.

Am letzten Donnerstag im November brachen wir dann auf. Bobby jammerte anfangs noch, als wir dann auf der Autobahn waren, wurde er ruhig. Zuerst besuchten wir in Leverkusen Gitta und Bruno. Bobby rannte mit Bella sofort zu deren Eingangstür und beide konnten es kaum erwarten, dass sie geöffnet wird. Beide fühlten sich dort wie Zuhause, er rannte durch alle Räume und sprang auf Sessel und Couch und wieder runter.

Als wir abends ins Reisemobil gingen, war es sehr kalt. Durch die leere Aufbaubatterie konnte ich die Heizung in der Nacht nicht benutzen. Bella schlief deshalb bei Rosemarie im Heckbett, während ich mit Bobby ins Hubbett ging. Bobby hatte aber Angst darin, sodass Rosemarie vorschlug, die Betten zu tauschen.

Auch im Heckbett, das um einiges tiefer lag, fühlte Bobby sich nicht wohl, ich hoffte aber, ihn beruhigen zu können. Weil Bobby total unruhig im Bett war, konnte ich nicht schlafen. Um 3:30 Uhr fragte ich Rosemarie, ob wir nicht fahren könnten und wir fuhren los. Später merkte ich, dass es erst 2:30 Uhr war, unsere Uhr lief noch auf Sommerzeit. In den nächsten Nächten konnte Bobby dann auf der Seitenbank schlafen, da während der Fahrt die Batterien aufgeladen wurden und ich nachts die Heizung einschalten konnte.

Spanien 2015/2016:
Am übernächsten Tag kamen wir hinter Pamplona zu dem kleinen Pinienwald, wo die Hunde mal wieder frei laufen durften, was sie auch ausgiebig taten. Bobby rannte vor Freude weit weg von mir. Ich hatte zwar keine Angst, dass er nicht zurückkommen würde, aber da es schon dämmerte, gefiel es mir nicht, dass er auf mein Rufen nicht sofort reagierte.

Am nächsten Tag hielten wir drei Mal an Raststätten an, wo man mit den Hunden draußen sitzen konnte, um etwas zu essen. Von meinem Magra con Tomate, bekamen die Hunde fast alles Fleisch, was sie gierig verschlangen. Als wir um 15 Uhr in Bolnuevo ankamen, waren die Hunde total aufgeregt, sodass wir sofort zum Strand gingen.

Die ersten spanisch sprechenden Männer wurden von Bobby kräftig angebellt, andere nicht. Als wir die Beiden dann ableinten rasten sie sofort los und jagten sich gegenseitig. Dabei liefen sie häufig ins Meer und tranken auch daraus. So wie an diesem Nachmittag war vor allem Bella schon lange nicht mehr gerannt. Wir liefen den Strand entlang bis zum Oasis, wo die Hunde zum Trinken einen großen Eimer Wasser bekamen, in dem sie fast hätten schwimmen können.

An den nächsten Tagen sah es mit Bobby etwas anders aus, er blieb immer nahe bei uns, das ging ungefähr zwei Wochen so. Als der Wohnwagen aufgestellt und eingerichtet war, ging ich mit Bobby zum Schlafen dort hinein. Ihm gefiel das sehr gut, war er durch wälzen auf dem Bett, kundtat.

Hatte ich vor der Fahrt noch Angst gehabt, Bobby würde die Wiesen und den Wald vermissen, so belehrte er mich nun vom Gegenteil. Beide Hunde wahren mit ihrer Situation sichtbar zufrieden. Erst als das Vorzelt vom Wohnwagen abgebaut war und einen Tag später auch der Wohnwagen weg war, blieb Bobby beim Spazieren gehen, wieder ganz nah bei mir. Er hatte scheinbar Angst mal wieder alleine gelassen zu werden.

Es dauerte über eine Woche, bis sich alles wieder normalisierte. Im Reisemobil hatte Bobby auch keine Probleme mehr, mit mir im Hubbett zu schlafen. Irgendwann merkte ich gegen Morgen, dass Bobby würgte. Bis ich aus dem Hubbett war und ihn von dort heruntergeholt hatte, hatte er im Bett schon Schaum ausgeworfen. Ich ließ ihn, so schnell ich konnte, nach draußen und nachdem er keinen Würgereiz mehr hatte, kam er auch sofort ins Fahrzeug zurück.

Als er einige Tage später wieder einen Würgereiz hatte, reagierte ich schneller, aber er würgte trotzdem noch etwas Schaum im Fahrzeug aus. Beim nächsten Mal sprang er vom Hubbett herunter und stellte sich vor die Tür, so konnte ich ihn schneller rauslassen. Das gleiche passierte dann noch zwei bis dreimal, ohne das er etwas ins Fahrzeug machte.

Wenn wir morgens am Café Colonia frühstückten, kamen häufig andere Hunde dorthin. In der Anfangszeit bellte Bobby dann recht oft, mit der Zeit lies das nach, bzw. bellte nur noch kurz. Manchmal waren 6 – 8 Hunde dort nah beieinander, was von Vorteil war, dass zwar häufiger gebellt wurde, aber das störte niemanden.

Wenn wir mit dem Reisemobil unterwegs waren, jammerte Bobby häufig, beim Zurückfahren passierte das jedoch seltener. Irgendwie wollten beide Hunde immer mit uns Frühstücken oder essen gehen. Bella fraß Dinge, die sie ohne Bobby nie gefressen hätte, sogar Reibekuchen. Wenn ich Bobby mal ins Fahrzeug brachte, weil er wegen eines Hundes gebellt hatte, so ließ er sich, das ohne Probleme gefallen.

Gegen Ende unseres Spanienaufenthaltes versuchten wir, eine kurze Strecke mit dem Hundeanhänger zu fahren, aber Bobby jammerte und weinte lautstark. Mit einigen Hunden hatte Bobby Freundschaft geschlossen, ich merkte aber, dass er bei einigen Hunden eifersüchtig war, wenn die an mir hochsprangen. Da Bella ständig Bobby maßregeln wollte, lieferten die Beiden sich gegenseitig heftige Gefechte.

Bobby provozierte Bella dann und lief weg. Bella lief dann hinter Bobby her und war nicht langsamer als Bobby, der aber war viel wendiger als sie, was sie noch mehr reizte. Bella fand aber eine Möglichkeit, sich an Bobby zu rächen. Sie lief direkt am Wasser bellend neben Bobby her und ließ ihm nur die Möglichkeit, ins Meer auszuweichen.

Wenn wir Mittwochmorgens an der Tierambulanz vorbeiliefen und Bobby den Mann der Tierärztin sah, dann bellte er diesen kräftig an und war von mir kaum zu beruhigen. Ich hoffte, dass er sich bis zum Februar etwas beruhigte, denn dann musste er zum Impfen. Leider verhielt er sich dem Mann gegenüber beim Impfen nicht anders, deshalb musste ich Ihn festhalten und beruhigen.

Deutschland 2016:
Als wir wieder im Frühjahr wieder in Deutschland waren, musste Bobby überall nachschauen, wo er im letzten Jahr mal eine Katze gesehen hatte. Als an einem Nachmittag eine große Dogge, auf einer Wiese auf die beiden Hunde zulief, rannte Bobby mit eingezogenem Schwanz weg. Als der große Hund dann zu Bella kam, die bei mir Schutz gesucht hatte, quiekte diese. Als Bobby dieses hörte, kam er angelaufen um Bella zu schützen, und nun bellten Beide den großen Hund an, der dann auch etwas Respekt vor Beiden bekam und wieder zurücklief.

Wenn Bobby glaubte, dass Bella in Gefahr war, dann vergaß er seine Angst und wollte ihr helfen. Leider beruhte das nicht auf Gegenseitigkeit, denn Bella würde Bobby nie helfen. Wenn wir mit dem Pkw fuhren, dauerte es nicht lange bis Bobby anfing, zu jammern und zu heulen. Wenn wir dann aber wieder zurückfuhren, war das Jammern etwas geringer oder blieb manchmal sogar aus.

Am Karfreitag fuhren wir zum Forsthaus Freudenberg, um dort zu frühstücken. Bobby wollte nicht aus dem Auto steigen und sprang sofort wieder rein, nachdem ich ihn herausgetragen hatte. Obwohl an diesem Tag auf dem Schießplatz nicht geschossen wurde, verkroch Bobby sich unter die Sitzbank und fraß nichts. Für mich war klar, dass wir mit Bobby dort nicht mehr hingehen konnten. Wir gingen an diesem Tag auch nicht mehr in die ehemalige Kiesgrube, wo Bobby vor einem halben Jahr weggelaufen war.

Inzwischen hatten wir ein neues Frühstückslokal gefunden, hinter dem sich ein kleiner Wald befand, wo wir die Hunde laufen lassen konnten. Beim zweiten oder dritten Mal, als die Hunde dort laufen durften, wich Bobby plötzlich nicht mehr von meiner Seite und hatte den Schwanzstummel eingezogen. Auch an den nächsten Tagen verhielt sich Bobby sehr ängstlich, er hatte wohl Schüsse von der Schießanlage, neben dem Freudenberg lag, die circa zwei Kilometer entfernt lag. Nach ein paar Wochen hatte Bobby aber keine Probleme mehr und konnte die Spaziergänge dort genießen.

Auch in Deutschland merkte ich, dass Bobby wesentlich ruhiger geworden war. Dabei war ich fest davon überzeugt, dass Bobby Angst vor denen hat, die er anbellt. Er geht davon aus, dass auch sein Rudel Angst hat, und wollte nur helfen. Ende Mai fuhren wir nach Ratzeburg, zu Rosemaries Tochter. Als die an einem Abend beim Gassi gehen mitkam und Bella führte, konnte ich zum ersten Mal sehen, wie Bobby sich verhielt, wenn eine Katze zu sehen war. Bobby orientierte sich hauptsächlich an Bella. Wenn Bella irgendwo etwas sah oder hörte, reagierte er sofort darauf. Er lief dorthin, wo Bella etwas vermutete, wenn sie dann bellte, war er sofort dabei und bellte mit.

Ein paar Tage später gingen wir zum abendlichen Spaziergang, und Bobby rannte wie üblich wie ein Irrer aus dem Haus um eine Katze zu suchen. Dann kam er mit einem eigentümlichen Gesichtsausdruck zurück und suchte immer wieder Bellas Blicke. Immer wenn er glaubte, dass Bella etwas gesehen hatte, rannte er dorthin, wohin Bella hingeschaut hatte. Wenn dort nichts zu sehen war, kam er zurück und schaute Bella wieder fragend an, um dann entsprechend zu reagieren. Das dauerte noch eine Weile, bis wir aus dem Bereich heraus waren, wo die Beiden bisher immer Katzen gesehen hatten. Diese Beobachtungen schienen meine schon länger gemachte Vermutung, zu bestätigen, dass Bobby ständig Bella beschützen will.

Was mich auch verwunderte, Bobby schien außer mit Katzen, keine Probleme mit größeren Tieren zu haben. So lief Bobby bei einem Spaziergang auf eine Pferdekoppel. Eines der Pferde lief hinter Bobby her und es sah so aus, als es mit Bobby Kontakt aufnehmen wollte. Leider griff dann Bella ein und lief kläffend hinter dem Pferd her, das sich dadurch von Bobby abwendete und mit dem Hinterlauf nach Bella trat. Nun kläffte auch Bobby das Pferd an.

An einem anderen Tag ging ich mit beiden Hunden zu einem Gehege, auf dem zwei Esel, zwei Schafe und ein Widder lebten. Bella kroch sofort unter den Zaun, um die Tiere anzukläffen. Auch Bobby ließ sich nicht aufhalten und rannte in das Gehege. Die Esel näherten sich Bobby und hatten keine Probleme mit Ihm. Dann kamen die Schafe und der Widder, von dem ich nicht wusste, wie er sich Bobby gegenüber verhielt. Also versuchte ich Bobby zurückzurufen, was nicht einfach war, weil Bella nun alle Tiere anbellte.

Einen Tag später stand beim Spazieren gehen plötzlich, fünfzig Meter vor uns ein Reh und schaute in unsere Richtung. Als Erstes reagierte Bella, die sofort das Reh anbellte, da musste Bobby natürlich auch eingreifen. Er rannte auf das Reh zu, dass nun flüchtete und Bobby rannte, ohne zu bellen, hinterher. Nach ein paar Sekunden kam er ganz ruhig wieder zurück. So wie ich Bobby in der letzten Zeit erlebt hatte, konnte ich mir gut vorstellen, dass Bobby freundlich mit anderen Tieren umgehen möchte.

An einem Abend, nach unserem Spätspaziergang, gab es in der Nähe unseres Hauses ein Feuerwerk. Bobby kam sofort zu mir gelaufen und sprang an mir hoch. Ich setzte mich mit ihm auf die Couch, und versuchte ihn zu beruhigen, was mir nicht gelang. Er zitterte extrem stark, und wenn er mal kurz aufhörte, ging es danach sofort weiter. Nach zwanzig Minuten war das Feuerwerk beendet, Bobby beruhigte sich aber erst nach einer Stunde. Bella ging es in solchen Situationen sogar noch schlechter, weil sie bei niemanden Schutz suchte. Sie lief dann planlos umher und wusste nicht, was sie machen sollte.

Als wir im Juli mit dem Reisemobil wieder nach Ratzeburg fuhren, gerieten wir bei Hamburg in einen Stau. Bobby hielt seinen Kopf aus dem Seitenfenster und beobachtete die anderen Autos. Plötzlich fing er an, zu bellen, weil in einem Auto neben uns, die Insassen ihn provozierten und Spaß daran hatten. Auch das Schließen des Fensters änderte nichts daran. Das hörte erst auf, als das Auto mit den provozierenden Leuten von der Autobahn abfuhr.

Auf den Feldern in Ratzeburg, durch die ich mit den Hunden lief, stand der Mais inzwischen über 2,5 Meter hoch. Bobby gefiel das, er rannte immer dort hinein und kam hundert Meter weiter wieder hinaus. An einem Morgen lief miauend eine kleine Katze hinter uns her, sie wollte wohl zu uns. Bobby sah die Katze und machte nichts. Als aber auch Bella diese Katze sah und anbellte, legte auch Bobby los. Es schien wirklich so zu sein, dass Bobby nur hinter Katzen her ist, um Bella zu schützen.

Dies bestätigte sich, als Bobby auf einem Platz eine Katze sah, Bella aber nicht. Bobby sah immer wieder zu Bella, um zu sehen, wie sie sich verhielt. Da Bella aber nichts machte, ging Bobby, ohne die Katze jagen zu wollen, mit mir weiter. Am Tag danach schaute Bobby am gleichen Platz, immer wieder zu Bella, wo diese hinschaute, ob dort etwas Interessantes zu finden war.

An einem Nachmittag trafen wir zwischen den Feldern eine Frau mit einem jungen Boxer. Bobby konnte mit ihm richtig gut spielen, dabei lief Bobby immer in den Mais und der Boxer hinter ihm her. Nach einer Weile versteckte Bobby sich hinter mir, weil er nicht mehr wollte oder konnte. Am nächsten Morgen trafen wir an anderer Stelle diesen Hund wieder, allerdings mit einem Mann. Bobby bellte den Hund kräftig an, beruhigte sich aber wieder, als er zu ihm hindurfte. Ich konnte wieder einmal feststellen, wie unterschiedlich Bobby sich verhielt, wenn er angeleint war, aber auch der andere Hund.

Im September 2016 frühstückten wir an einem Samstag vor einem Baumarkt im Nachbarort Marl. Von dort lief ich mit den beiden Hunden über eine Halde, die sie gut kannten. Danach gingen wir auf eine große Wiese, wo wir einen jungen Boxer trafen. Dieser war voller Energie und spielte mit Bobby. Bella hatte allerdings Probleme mit dem Hund, weil er sehr grob mit Ihr umging und sich nicht von Ihr wegjagen ließ.

Plötzlich war Bobby nicht mehr zu sehen, und er kam auch nicht, als ich nach ihm rief. Ich leinte Bella an und hoffte, dass er zum Parkplatz am Supermarkt gelaufen war. Dort war er aber nicht, und niemand hatte ihn dort gesehen. Plötzlich sah ich ihn von der anderen Straßenseite in meine Richtung laufen. Heftig hechelnd kam er bei mir an und sprang sofort ins Auto. Bobby muss wohl zum Parkplatz des Baumarktes gelaufen sein, um Rosemarie dort zu suchen.

Dafür musste er zwei stark befahrene Straßen überqueren. Auch auf dem Parkplatz des Baumarktes ist immer viel Verkehr. Ich war froh, dass Bobby unbeschadet wieder zurückgekommen war. Demnächst werde ich die Hunde immer am Supermarktparkplatz aus dem Auto lassen. Als Bella einmal auf der Halde vor Jugendlichen weggelaufen war, fand ich sie auf diesem Parkplatz, vor der Tür unseres Reisemobils.

Ab Mitte des Sommers 2016, gingen wir nachmittags immer auf eine größere Wiese, wo auch die Hunde Tobi und Leyla immer hinkamen. In der Nähe hielten sich regelmäßig Trinker auf, bei denen sich auch Hunde aufhielten. Bobby passte auf, dass diese Hunde uns nicht zu nahekamen. Bobby hatte inzwischen ein großes Vertrauen zum Herrchen von Tobi gefasst, was er diesem auch ständig zeigt. Dafür spielte Bobby nicht mit Bällen, sondern saß häufig nur neben mir und schaute den anderen Hunden zu.

Im Oktober wurde Bobby auf dieser Wiese, von einem Schäferhund angefallen, der gerade vorbeikam. Ausgelöst hatte dieses, das Herrchen von Tobi, weil er Leckerchen verteilt hatte. Einen Tag später wurde Bobby beim Spätspaziergang wieder angefallen. Aus einem Seitenweg kam plötzlich bellend ein schwarzer Hund und stürzte sich auf Bobby. Es handelte sich um einen von vier Hunden eines Nachbarn, der sich ständig gegenüber anderen Hunden aggressiv verhielt. Wir kannten diesen Hund schon seit vielen Jahren aus Spanien, wo er immer friedlich war.

Da wir im Winter 2016/2017 nicht nach Spanien fuhren, erlebten Bobby und Bella, zum ersten Mal Temperaturen um 0 °C. Wir kauften für beide Hunde Mäntelchen, die etwas warmhielten und vor Regen schützten. Nach einem Test wurden die Mäntelchen aber erst einmal beiseitegelegt.

Bella rannte nachmittags auf der Wiese, mit Tobi immer Bällen hinterher und blieb dabei warm. Wenn sich Fremde uns auf der Wiese näherten, rannte Bobby dort hin, um uns zu schützen. Die riesige Dogge vor der Bobby und Bella im Sommer noch vor Angst schreiend weggelaufen waren, kam öfter Mal zu uns. Bobby zeigte sich dann wieder als unser Beschützer und jagte diese Dogge weg, die das allerdings auch mit sich machen ließ.

Ich beobachtete natürlich immer unser beiden Hunde und fühlte ab und zu, ob sie eventuell vor Kälte zitterten. Bobby musste ich meistens zur Bewegung animieren. Er lief sogar manchmal den Bällen hinterher, aber es durfte niemand mitlaufen, dann zog er sofort zurück. Gegen Mittag liefen wir fast immer durch den Wald hinter unserem Frühstückslokal. Das genoss vor allem Bobby, der überall schnüffeln musste. Bella jagte Bobby ständig, knurrend über die Felder, am Rande des Waldes. Das Schöne im Wald war, dass der Regen in den Böden keine Pfützen hinterließ.

Mitte Dezember 2016 fuhren wir mal wieder, zu Rosemaries Tochter und Enkelin nach Ratzeburg. Diesmal fuhren wir aber nicht mit dem Reisemobil, sondern mit dem PKW. Bobby fing bisher schon nach kurzer Fahrzeit, schon an zu Jammern und zu Heulen. Weil es an dem Tag recht kalt war, hielt ich die Temperatur im Innenraum sehr hoch.

Die erste Pause machten wir nach circa 100 Kilometern. Bella zitterte ein wenig, deshalb lief ich eine größere Runde mit beiden Hunden. Bei der Rückkehr sprang Bobby so schnell ins Auto, wie er das ganz selten machte. Die nächste Pause machten wir an der Raststätte Wildeshausen. Dort bekamen die beiden Hunde Wurst und Käse, von unserem Frühstück des Vortages. Da wir jeweils nach einer Stunde eine Pause machten, hielt sich auch das Jammern von Bobby in Grenzen.

Als wir bei Rosemarie Tochter ankamen, rannte Bobby wieder durch das Haus und sprang über Couch und Sessel. Auch ins Dachgeschoss rannte Bobby, um dort den Goldhamster zu begrüßen, der aber verborgen schlief. Bobby freute sich, wieder dort zu sein, und zeigte uns das auch.

Anfang Dezember explodierten bei uns Zuhause schon häufig Böllerschüsse. Meistens hatte ich Bobby dabei an der Leine, worauf er seinen Schwanz einzog, um dann kräftig an der Leine zu ziehen, um schnell nach Hause zu kommen. Wenn er frei war, kam er erst mal zu mir und sprang an mir hoch. Dabei versuchte ich ihn anzuleinen, weil ich Angst hatte, dass er weglaufen würde. In Ratzeburg hörten wir jedoch bis zwei Tage vor Silvester keinen einzigen Böller.

Als dann einen Tag vor Sylvester, die ersten vereinzelten Böllerschüsse zu hören waren, lief Bobby mit eingezogenem Schwanz zu mir oder Rosemarie und fing an zu zittern. Abends und am Silvestermorgen wollte er nicht mehr nach draußen. Ich musste ihn quasi mit Gewalt nach draußen ziehen, wo er sich höchstens ein bis zwei Meter von mir Entfernte. Wenn er irgendwo, einen noch so leisen Knall hörte, sprang er sofort an mir hoch. Er fraß nichts mehr und wollte auch nicht mehr in den Garten.

Am Silvestermorgen war er von Rosemaries Tochter nicht mehr aus dem Haus zu bekommen. Mit mir lief er widerwillig mit, wollte aber, ohne Pipi zu machen, wieder nach Hause. Beim Nachmittagsspaziergang zu Silvester kam er, nachdem er ein paar Meter gelaufen war einigermaßen mit. Auf den Feldern blieb er aber so nah bei mir, dass ich kaum laufen konnte und ich immer wieder gegen seine Beine oder den Körper trat.

Ständig musste sein Körper mich berühren und er sprang an mir hoch. Irgendwann ging Garnichts mehr und ich wusste nicht mehr wie ich es bis nach Hause schaffen sollte. Den Spätspaziergang ließen wir ausfallen, er ging auch nicht in den Garten, um Pipi zu machen. Nachdem zwei Stunden vor Mitternacht die Knallerei zunahm, wurde er immer verstörter und er zitterte am ganzen Körper. Ab Mitternacht lag er dann mit zwei Kissen zugedeckt neben mir. Er hörte manchmal sogar auf zu Zittern, sodass ich dachte, dass er sich an die Knallerei gewöhnt hätte.

Am Neujahrsmorgen musste ich kräftig Gewalt anwenden, damit Bobby mit nach draußen kam. Er machte sogar einmal Pipi, zog dann so stark an der Leine, dass ich kaum mitkam. Beim Nachmittagsspaziergang hatte ich noch mehr Probleme ihn aus dem Haus zu bekommen. Er sträubte sich mit allen Mitteln und zitterte so stark, dass ich nach 50 Metern ihn wieder zurück ins Haus ließ, um dann mit Bella alleine zu gehen.

Am nächsten Morgen musste ich wieder mit Bella alleine spazieren gehen. Als an diesem Tag wieder nach Hause fahren wollten, sprang er so schnell in den Kofferraum, wie er es noch nie gemacht hatte. Nach etwa hundert Kilometern Fahrt fing er wieder an zu Jammern. Ich hielt absichtlich erst nach etwa 190 Kilometern an der Raststätte Wildeshausen an, um ihn an eine längere Fahrt zu gewöhnen.

Als wir ausstiegen, machte er sogar etwas Pipi und nahm von mir etwas zu essen an. Den Rest der Rückfahrt war er ruhig und fing erst wieder kurz vor Zuhause an zu jammern. Ich ging sofort nach der Ankunft mit den Hunden spazieren und hoffte, dass Bobby das Geknalle mit der Umgebung von Rosenaries Tochter assoziierte. Aber kaum war ich aus der Haustür, da knallte es auch schon und Bobby zog mit eingezogenem Schwanz und zitternd wie ein Irrer an der Leine, um nach Hause zu kommen.

Am nächsten Morgen ging er wieder nur zitternd aus dem Haus, aber er machte sogar etwas Pipi. In unserem Frühstückslokal verhielt er sich wieder etwas normaler und freute sich auf die Bedienung. Er wollte auch wieder von meinem Frühstück etwas haben. Der anschließende Spaziergang durch den Wald klappte auch. Allerdings war er dabei sehr ruhig und ließ sich auch nicht wie sonst von Bella anmachen.

Auch an den nächsten Tagen kam Bobby immer nur morgens problemlos mit nach draußen. Auch im Wald nach dem Frühstück war er einigermaßen ruhig. Aber an den Nachmittagen und abends ging er nur noch zitternd aus dem Haus. Aber immer, wenn er sich etwas beruhigt hatte, knallte wieder irgendwo ein Böller. Bobby kam dann immer zu mir gerannt um an mir hochzuspringen. Mir blieb dann meistens nur die Möglichkeit, beide Hunde anzuleinen, um schnell nach Hause zu laufen.

Das ganz ging bis ins letzte Drittel im Januar. Das Knallen mit den Böllern ließ dann so langsam nach. Bobby kam dann sogar manchmal ohne Angst mit nach draußen. Trotzdem lief er immer vor Angst, mit eingezogenem Schwanz. An einem Donnerstag Mitte Februar waren wir wie fast jeden Tag auf einer Wiese. Ich traute meinen Augen nicht, Bobby lief fast wie früher ohne Angst herum und schnüffelte hier und dort.

Nun war alles überstanden, glaubte ich. Am nächsten Tag, einem Freitag knallte es aber wieder und Bobby zitterte wieder am ganzen Körper und sprang immer an mir hoch. Das ging zwei weitere Wochen so. Immer wenn er sich beruhigt hatte und er freiwillig mit nach draußen ging, knallte es meistens am Freitagabend wieder irgendwo. Ich versuchte dann erst gegen 23 Uhr, den letzten Spaziergang mit den Hunden zu machen, aber irgendwo knallte immer.


Ende Februar hatte sich Bobby endlich von der Knallerei erholt und war nachmittags auf der Wiese fast so unbekümmert wie drei Monate vorher. An einem Nachmittag hatte sich Bobby etwas weit von mir entfernt, als es wieder knallte. Bobby kam so schnell zu mir angerannt, wie er konnte. Ich versuchte, ihn zu beruhigen und nach ein paar Minuten lief er auch wieder ohne eingezogenen Schwanz herum.

Leider wurde auch im ganzen März immer mal wieder geknallt, meistens am Wochenende. Bobby war danach immer wieder total verängstigt. Ab Mitte Mai verhielt sich Bobby dann wenigstens nachmittags auf der Wiese wieder normal. Er lief dann immer zu Büschen, um Mäuschen zu suchen. Immer öfter machten dabei Tobi und Bella mit. Leider holten sich Bobby und Bella häufig Zecken, obwohl sie mit PRAC-TIC einen guten Zeckenschutz hatten.

Im Juni fuhren wir mit dem Reisemobil in Deutschlands Süden. In der zweiten Station in Freiburg wollte Bobby abends nicht mehr mit uns spazieren gehen. Er zeigte wieder große Angst und später merkte ich, warum. In einiger Entfernung hörte man Böllerschüsse, die Bobby wohl schon vorher gehört hatte.

An den Nachmittagen gingen wir an einem kleinen Bach vorbei. Da es außergewöhnlich heiß war, wollte Bella dort immer hinein, Bobby war sich unschlüssig, ob auch hinein sollte. Als er dann aber auch einmal in den Bach ging, gefiel es ihm so gut, dass er nicht genug davon bekommen konnte.

In der darauffolgenden Woche waren wir in Wangen im Allgäu. Es war immer noch extrem heiß, deshalb ging ich mit den Hunden nachmittags zu einer seichten Stelle der Argen. Wenn die beiden Hunde sich genügend abgekühlt hatten, ging es nebenan auf einen großen Rasenplatz. Bella jagte dann immer knurrend hinter Bobby her. Bobby nahm das gerne an, konnte er Bella doch zeigen, wie er ihr beim Laufen überlegen ist. Wenn Bella stehen blieb, provozierte Bobby so sehr, dass sie ihm wieder hinterherlief.

In der darauffolgenden Woche befanden wir uns auf einem Stellplatz in Nesselwang. Leider waren die Bedingungen für Hunde, dort nicht berauschend. Man musste mit den Hunden immer bergauf oder bergrunter laufen, zusätzlich gab es dort viel Verkehr, wegen der Sesselliftanlage.

Am vierten Abend gab es abends starken Regen und es gab ein Gewitter. Obwohl Bobby Zuhause schon einige Gewitter erlebt hatte und dabei keine Probleme hatte, so bekam er dort Angst. Er suchte ein sicheres Plätzchen, fand natürlich keinen, also prang er mir auf den Schoß und zitterte in meinem Arm weiter.

Am nächsten Abend regnete es wieder sehr stark und Bobby fing wieder an zu zittern. Er verband die Geräusche, die der starke Regen auf dem Reisemobil erzeugte, wohl einem Gewitter, das noch kommen würde. Es kam aber kein Gewitter, dafür aber eine Unwetterwarnung, dass wir am nächsten Morgen nach Hause fuhren.