Ende der 80er war ich mit meiner Frau zum Modellflug an der Wasserkuppe. Auf dem Campingplatz Schachen unterhalb der Kuppe kam eines Morgens eine Frau in einem alten Citroen-Wellblech-Kastenwagen und stellte sich neben unsere Parzelle. Während ich an dem Tag zum Fliegen oben auf der Wasserkuppe war, blieb meine Frau unten auf dem Campingplatz. Abends erzählte sie mir, dass sie den ganzen Tag mit der Frau darüber geredet hatte, wie diese mit ihrem Fahrzeug durch die Lande unterwegs ist und dass sie sich vorstellen könnte, so etwas später auch zu machen.

Damals war ein zusätzliches Reisemobil für uns allerdings nicht bezahlbar, aber später mal auf diese Weise durch die Welt zu reisen, blieb in meinem Kopf. 1998 stellte ein Händler bei einem Herbstfest in unserem Ort Wohnmobile aus, die wir uns anschauten. Dabei war uns klar, dass wir uns ein kleineres Mobil für ca. 70.000 DM leisten können. Wir hätten uns sofort ein Fahrzeug gekauft, denn meine Frau hatte damals zeitweise keinen Job, aber ich habe ja nur noch im Büro in Essen und später in Mülheim/Ruhr gearbeitet. Also haben wir das Thema auf später verlegt.

Im Frühling 2000 erkrankte meine Frau an Lungenkrebs und starb im Januar 2002. Ich hatte nun zu nichts mehr Lust und das Reisemobil rückte in weite Ferne. Im Frühjahr 2005 hörte ich auf zu arbeiten und fing nun an mich nach gebrauchten Fahrzeugen umzusehen. Nach Besuchen mehrerer Händler in Mülheim / Ruhr fand ich im Internet die Anzeige eines Händlers in unserer Nähe. Und tatsächlich kaufte ich bei ihm für 26.000 € ein gebrauchtes wenig gelaufenes Alkovenfahrzeug von Dethleffs Baujahr 2003, mit einer Länge von ca. 5,5m. Diese Größe durfte nicht überschritten werden, weil das Fahrzeug neben meiner Garage auf einem Garagenhof abgestellt werden und andere Garageneigentümer nicht behindern sollte.

Das mit dem Abstellen klappte ganz gut und ich baute ein paar Dinge, z.B. ein Autoradio mit Fernsteuerung ein. Nachdem Campingmöbel gefunden, die in einen Staukasten unterm Sitz passten, ging die erste Fahrt Richtung Süden. Ich war davon so begeistert, dass bald die nächste Fahrt folgte. Danach hatte ich etwas weniger Zeit und nutzte das Reisemobil als Umzugsfahrzeug für Rosemarie. Im Herbst machte ich eine Moseltour, danach wurde das Fahrzeug abgestellt und an ihm gebastelt. So baute ich eine Rückfahrkamera und einen Spannungswandler ein. Eine Solaranlage hatte der Händler schon vorher eingebaut, die so gut funktionierte, dass ich kaum 220V benötigte.

Im November 2005 wurde dann das Fahrzeug au unserem Garagenhof aufgebrochen und so richtig Lust hatte ich nun keine mehr an dem Fahrzeug. Nach einem zweiten Aufbruch innerhalb drei Monaten suchte ich dann nach einem sicheren Stellplatz, was sich als ausgesprochen schwierig erwies. Egal wen und wo ich fragte, ich fand nichts, bis ich das meiner Friseurin Ellen erzählte. Sie verwies sie mich an ihre Freundin und tatsächlich hatte ich ab sofort einen Stellplatz. Nun wurde das Fahrzeug in Ordnung gebracht. Weil auf diesem Stellplatz auch größere Mobile stehen konnten, war nun auch ein größeres Fahrzeug für mich möglich.